


Die anzustrebende Nachhallzeit ist abhängig von der Raumgröße liegt zwischen 0,4 und 1,0 Sekunden. Die Normen DIN 18041 und die ÖNorm B8115-3 geben leicht unterschiedliche Optimalwerte an, was daran liegen mag, daß bei einer niedrigeren Nachhallzeit die Präzision der Klangwahrnehmung steigt, eine leicht höhere Nachhallzeit jedoch zur Spielfreude von Kindern und Jugenlichen beitragen kann (die Musik klingt satter). Aus diesem Grund wird gerne auch für eine variable Nachhallzeit gesorgt. Dies ist möglich z.B. durch einen dicken schallabsorbierenden Stoffvorhang, der je nach Wunsch geöffnet oder geschlossen wird.
Der Frequenzverlauf der Nachhallzeit sollte möglichst linear sein, dies erhöht die Klangwahrnehmung (im Gegensatz zur Musikdarbietung, bei der die Nachhallzeit in den tiefen Frequenzen leicht ansteigen sollte - dies erhöht die Klangwärme).
Um eine lineare Nachhallzeit zu erreichen, muss meist zusätzlich ein Tieftonabsorber eingesetzt werden. Perforierte Tieftonabsorber bringen im Vergleich zu sogenannten Plattenschwingern stabilere Leistungen unter verschiedensten Einsatzbedingungen.
Die reinen Tieftonabsorber sollten im Wechsel mit den breitbandigeren Absorbern eingebaut werden, da dieser Wechsel der Absorptionseigenschaften ein gleichmäßigeres Schallfeld erzeugt. Dies lässt sich bei mittleren und hohen Frequenzen noch dadurch unterstützten, daß die Tieftonabsorber in Form von Zylinder oder Dreieckstrukturen ausgeführt werden. (Fasold/Veres - Schallschutz + Raumakustik in der Praxis)
Achtung bei Einsatz eines Teppichbodens - hier besteht besonders die Gefahr einer Überabsorption der hohen Frequenzen, was zu mangelnder Brillianz führt. In solchen Fällen ist bei der Auswahl des Absorbers ein reiner Mittenfrequenzabsorber zu verwenden.
Eruieren Sie einfach mit dem Raumakustikrechner die richtige Mengenverteilung von Tief-, Mittenfrequenz- und Breitbandabsorbern.
Um Flatterechos zu vermeiden, sollten bei 2 gegenüberliegenden parallelen Flächen jeweils eine Wand absorbierend oder Schall zerstreuend (Pflanzen, Regale ...) ausgeführt werden.
Eine weitere Gefahr in kleinen Räumen für musikalische Nutzungsarten
sind die Raumeigenmoden. Diese bilden sich zwischen zwei reflektierenden Wänden, in jener Frequenz, in der die Wellenlänge die Hälfte (oder ein vielfaches davon) der Entfernung der Wände beträgt.
Beispiel: Die Wellenlänge beträgt bei 50 Hz beträgt 680cm, bei 100Hz 340 cm.
Ein Raum, der also 340cm breit ist, hat die Tendenz bei 50 Hz und bei 100 Hz eine stehende Welle auszubilden.
In diesen Eigenmoden herrscht also ein sehr ungleichmäßiges ortsabhäniges Schallfeld vor. Sehr gut visualisiert ist das im Raummodenrechner. Durch Tieftonabsorber können diese stehenden Wellen abgeschwächt werden. Diese Absorber müssen an den Flächen montiert werden, zwischen denen die Eigenfrequenzen auftreten.
Wenn möglich sollten jedoch schon in der Planungsphase die Raumporportionen beachtet werden. Eigenfrequenzen treten immer dann besonders stark auf, wenn eine Raumdimension ein ganzzahliges Vielfaches einer anderen ist. Also beispielsweise in einem Raum, der doppelt so breit wie hoch ist. Die Abweichungen von ganzzahligen Vielfachen sollten wenigstens 10% betragen.
Raumproportionen in denen die Gefahr besonders starker Raummoden durch zusammenfallender Eigenfrequenzen ausgeschlossen sind also:
(lxbxh) 2,7:1,7:1 (=8mx5mx3m)/ 1,5:1,2:1 / 1,6:1,3:1 / 1,9:1,4:1 / 2,2:1,6:1 / 2,5:1,5:1
(Quelle: Schallschutz + Raumakustik in der Praxis, Fasold/Veres)
Je größer das Raumvolumen wird, desto mehr verschieben sich die Raummoden zu den tiefen Frequenzen hin und verlieren somit an Bedeutung.
Architekt: Arch. Mag. Seehof
Akustiker: Tonarchitektur Willensdorfer
Ausführung: Lieb Bau Weiz