
Raumakustik auf Youtube


Kleine Räume für hochwertige Musikwiedergabe sind besonderen Anforderungen an die Raumakustik ausgesetzt. Mit einer einfachen Berechnung der Nachhallzeit ist es hierbei nicht getan.
Raummoden: Zum einen gibt es ein hohes Ausmaß von tieffrequenten Spektralanteilen, zum anderen sind die Räume meist relativ klein. Dies erfordert eine besondere Beachtung von Raumeigenmoden.
Hier geht es zum Raummodenrechner.
Lautsprecherpositionierung: Diese müssen je nach Modell und Raum mit einem gewissen Abstand zur Wand aufgestellt werden. Um die beste Position zu ermitteln sollte man sich etwas Zeit nehmen um zu experimentieren. Alle Lautsprecher sollten auf jeden Fall auf den Hörplatz hin ausgerichtet sein.
Die Nachhallzeit sollte im Bereich 0,35 - 0,40 Sekunden liegen, eine geringere Halligkeit stellt dabei jedoch kein Problem dar. Allerdings sollte auf die Frequenzlinearität der Nachhallzeit geachtet werden. Zu viel Absorption im hohen Frequenzbereich erzeugt einen muffigen Klang.
Welche Absorber dafür erforderlich sind, kann meist ganz gut mit dem Nachhallzeitrechner ermittelt werden.
Kantenabsorber: Sind hinter den Lautsprechern mit dem Eck zur Raummitte weisend am besten aufgestellt. Sind sehr effektive Tieffrequenzabsorber.
Positionierung Flächenabsorber: Flatterechos beachten. Um keine asymmetrische Wahrnehmung von linkem und rechtem Ohr zu erhalten, sollten die Absorberflächen jedoch links und rechts gleichmäßig verteilt werden. Gegebenenfalls eher mit schallstreuenden Elementen arbeiten.
Wenn möglich sollte man auch mit den Absorberpositionen etwas experimentieren.
Lokalisierbarkeit: Um die Räumlichkeit der Klangwahrnehmung zu erhöhen, sollte der Anteil des Direktschalls im Verhältnis zum früh reflektierten Schall hoch sein. Später Nachhall kann als Echo wahrgenommen werden, frühe Reflexionen verändern die Ortung der Schallquelle. Eine zu starke Dämpfung der frühen Reflexionen kann jedoch auch zu einer Isolierung einzelner Schallquellen führen.
Die zeitliche Verzögerung der frühen Reflexionen entscheidet auch über den Eindruck der Raumgröße. Spätes Eintreffen der ersten Reflexionen erzeugt den Eindruck eines größeren Raumes. Wenn möglich sollte man auch mit den Absorberpositionen etwas experimentieren.

Je nach Nutzungsart und Gebäudegröße definieren die Ö-Norm B 8115-3 und die DIN 18041 eine optimale Nachhallzeit (wie sie für die meisten Menschen am angenehmsten empfunden wird). Diese Nachhallzeit sollte für optimale Raumakustik über den Frequenzbereich von 100 - 4000 Hz in etwa gleich bleiben. Bei Räumen für Musikdarbietungen sollte dieser Wert bei Frequenzen unter 250 Hertz etwas ansteigen. Für Musikproberäume ist jedoch die lineare Nachhallzeit besser geeignet.
Rechts stehende Bilder zeigen die Toleranzbereiche lt. Norm (die Nachhallzeit für optimale Raumakustik wird jedoch in ihrem Fall nicht bei 1 Sekunde liegen) der Toleranzbereich beträgt bei den mittleren Frequenzen +/- 20%:

In vielen Räumen sind jedoch bereits Materialien vorhanden, die absorbierend wirken. Diese sind in ihrer Wirkungen zumeist Hochfrequent.
Beispiele für Hochfrequenzabsorber:


Dadurch, dass meist bereits Hochfrequenzabsorber vorhanden sind, ergibt sich eine Absorptionskurve die in etwa so aussieht:
(die Frequenzen, die am Meisten absorbiert werden, weisen natürlich die niedrigste Nachhallzeit auf)

(Alpha-w = 1,00).
Häufig werden bei Absorbern nur Einzahlangaben wie der αw (Alpha-w), oder die Absorberklasse angegeben, in den allermeisten Fällen ist diese Angabe jedoch ungenügend.
Absorber dieser Klasse werden oft auch als Breitbandabsorber bezeichnet, obwohl diese Mitten- und Hochfrequenzabsorber sind.
Im Beispiel wird die gesamte Deckenfläche mit diesem Absorber ausgestattet.


Die tiefen Frequenzen sind wesentlich schwieriger zu absorbieren als die höheren Frequenzen, deshalb werden diese häufig ignoriert.
Doch - wie wichtig sind diese tiefen Frequenzen für die gute Raumakustik überhaupt?
Dieses Thema wird sehr kontrovers diskutiert und ist sicher nicht generell und auch nicht ganz einfach zu beantworten.
Um etwas Licht in die Sache zu bringen, einige Daten für Nutzungsart Sprache:

In welchen Frequenzen findet die Informationsübertragung statt?
Die hauptsächliche Informationsübertragung in der Sprache findet in den Konsonanten statt. Diese liegen im Frequenzband im Bereich über 1000Hz
(siehe Diagramm rechts - Quelle Diagramm: H.V. Fuchs (2007) Schallabsorber und Schalldämpfer - Springer Verlag)
Dies wird häufig als Argument gesehen, warum die tiefen Frequenzen für Sprachverständlichkeit in der Raumakustik wenig Bedeutung haben.
Zu beachten ist jedoch folgendes:

Die Frequenzverteilung der Schallabstrahlung in der Sprache wird in diesem Diagramm angegeben (Quelle:. H.V. Fuchs (2007) Schallabsorber und Schalldämpfer - Springer Verlag).
Somit werden bei einer Konzentration auf die mittleren und hohen Frequenzen, die wichtigen "Informationsfrequenzen" geschluckt und die Störfrequenzen ignoriert. Die tiefen Frequenzen haben dabei sehr stark die Tendenz die höheren Frequenzen zu überlagen - denken Sie dabei nur an einen tieffrequent brummenden LKW! Eine reine Dämmung im Mittel - und Hochfrequenzbereich mit dem Argument, dass dies ohnehin die Informationsübertragsungsfrequenzen sind, wäre völlig an den Anforderungen vorbei.


Für die meisten Räume ist eine frequenzlineare Nachhallzeit optimal und für viele Räume von der DIN 18041 gefordert. Um dies zu ermöglichen, haben wir unsere Produktentwicklung im tieffrequenten Bereich vorangetrieben.
Hier unsere Ergebnisse:
Wir sind im Aufbau einer Datenbank, welche professionelle Raumakustiker über Google-Maps aus Ihrer Nähe anzeigt.