Unterschied Bauakustik und Raumakustik:

 

Wird häufig verwechselt, ist jedoch in den zu ergreifenden Maßnahmen völlig unterschiedlich.


Raumakustik beschreibt die akustischen Eigenschaften eines Raumes, wenn sich die Schallquelle innerhalb des Raumes befindet.


Bauakustik beschäftigt sich mit der Schallübertragung zwischen zwei Räumen bzw. eines Rauminnen und Außen.




Oder etwas technischer:

Beim Auftreffen von Schall auf z.B. eine Wand, in diesem Beispiel gekennzeichnet als Schalleistung (W1), wird eine Teil reflektiert (Wrefl) und ein Teil geht in die Wand (Wabs).

Absorption (Wabs) und Reflexion (Wrefl) ergeben zusammen immer 100%.


Die Absorption (Wabs) setzt sich zusammen aus:

  • Dissipation (Wdis), jene Schalleistung, die im Bauteil in Bewegung bzw. Wärme umgewandelt wird
  • Transmission, jene Schalleistung, die in den Nachbarraum übertragen wird, teilt sich nochmal in:
    • direkte Transmission (W2)
    • Transmission über Flankenwege (W3), über Körperschall auf andere Bauteile übertragen

 

Ein geöffnetes Fenster hat somit 100% Schallabsorption, jedoch keine Schalldämmung! Wenn für einen Raum hohe Schallabsorption und hohe Schalldämmung (z.B. Musikübungsraum im Siedlungsgebiet) erforderlich sind, sollte eine mehrschaliger Aufbau verwendet werden.

 

Zusammenfassung:

 
Bauakustik
Raumakustik
Grundsätzliche
Unterscheidung:
Schallausbreitung zwischen zwei
Räumen bzw. Rauminnen und
Schallausbreitung innerhalb
eines Raumes
Ort der Schallquelle: Ausserhalb des Raumes Innerhalb eines Raumes
Anforderung an
Bauteil:
Gute Schalldämmung Richtige Schallabsorbtion
Maßeinheit Bauteil: Dezibel (stark
Frequenzabhängig)
Alpha-Werte (stark
Frequenzabhängig)
Kennzahl für
Räume:
Schalltransmissionsgrade bzw.
entsprechende Schalldämm-
Maße in dB
Wichtigste Kennzahl: Nachhallzeit